Hilfe nach Krankenhausaufenthalt

Sie sind gesetzlich krankenversichert und können sich wegen einer Krankheit, nach einer OP oder anderen Behandlung im Krankenhaus vorübergehend nicht selbst versorgen? Dann haben Sie Anspruch auf Hilfe im Haushalt auf Rezept. Voraussetzung dafür ist, dass Sie zu Hause niemanden haben, der Ihnen bei der Körperpflege, beim Essen und im Haushalt hilft oder die Kinder versorgt.

In welchem Umfang Krankenkassen für eine Haushaltshilfe zahlen, hängt davon ab, welche Dinge Sie noch selbst oder mit Unterstützung anderer verrichten können. Wird eine Alltagshelferin für den eigenen Haushalt genehmigt, erledigt diese die nötigen Dinge, die anfallen: Wäsche waschen, Wohnung putzen, Mahlzeiten zubereiten, Einkäufe und Botengänge erledigen sowie die Kinder betreuen und beaufsichtigen.

Antrag

Eine Alltagshilfe zur Unterstützung im Haushalt können Sie bei Ihrer Krankenkasse schriftlich beantragen. Zum ausgefüllten Formular muss eine Notwendigkeitsbescheinigung des behandelnden Arztes vorgelegt werden, in der die Diagnose und die daraus resultierenden Beeinträchtigungen aufgeführt sind. Außerdem muss der Arzt darin auch angeben ab wann die Hilfe notwendig ist für wie lange und in welchem Umfang die Hilfe gewährt werden sollte. Damit die Versorgung reibungslos klappt, sollten Sie Ihren Antrag am besten schon während ihres Krankenhausaufenthalts auf den Weg bringen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Antragstellung

Dauer

Sollen in erster Linie Kinder unter zwölf Jahren während eines Krankenhausaufenthalts oder einer Rehabilitation betreut werden, übernimmt die Krankenkasse die Kosten während des Verbleibs in der Klinik. Nach Rückkehr in das eigene häusliche Umfeld ist die Unterstützung durch eine Haushaltshilfe auf höchstens vier Wochen pro Krankheitsperiode begrenzt. Falls Kinder zu versorgen sind, wird die Hilfe für höchstens 26 Wochen von der Krankenkasse gewährt. Eltern oder Alleinerziehende sollten sich bei ihrer Kasse erkundigen, ob sie freiwillig auch bei älteren Kindern für Betreuungsleistungen aufkommt.

Wahlfreiheit

Eine passende Alltagshilfe können Sie frei wählen.

Kosten

Für eine selbst organisierte Alltagshilfe zahlen die Kassen im Jahr 2021 10,25 Euro pro Stunde. Grundsätzlich können sämtliche Kosten der Haushaltshilfe, welche durch die Leistungsinanspruchnahme entstehen, von den Krankenkassen erstattet werden. Die Erstattung ist jedoch auf eine bestimmte Höhe und Stundenzahl begrenzt. Als angemessen gilt in der Regel ein 8-stündiger Einsatz pro Tag. Für einen 8-Stunden-Tag bedeutet dies 82 Euro.

Was als angemessene Stundenzahl zu bewerten ist, muss im Rahmen der Umstände eines Einzelfalles berücksichtigt werden. Dabei ist beispielsweise zu berücksichtigen, wie viele Kinder im Haushalt zu versorgen sind, sowie das Alter der Kinder/des Kindes oder ob man Alleinerziehend ist. Zudem können die Umstände auch dazu führen, dass eine tägliche Einsatzzeit von mehr als acht Stunden erforderlich wird. Diese Umstände können sie der Krankenkasse im Einzelfall erläutern. Möglich ist aber auch, dass die Krankenkasse im Rahmen ihrer Satzungsleistung über den gesetzlichen Rahmen hinaus die Kosten einer Haushaltshilfe übernimmt. Fragen Sie am besten vorher bei ihrer Krankenkasse nach.

Setzen Sie auf eine professionelle Haushaltshilfe, ist es wichtig, dass die Krankenkasse immer direkt mit der Fachkraft einen Vertrag schließt. In diesem Fall rechnen wir die Kosten direkt mit der Krankenkasse ab. Damit können Sie verhindern, dass Sie auf einem erheblichen Teil der Kosten sitzenbleiben. Dennoch müssen Sie auch etwas zuschießen, nämlich zehn Prozent der Kosten. Umgerechnet sind dies mindestens fünf und höchstens zehn Euro. Achtung: Ist die häusliche Versorgung bereits durch Leistungen der Pflegeversicherung sichergestellt, gibt es keine Haushaltshilfe zusätzlich.